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Neuropsychologie

In der Neuropsychologischen Frührehabilitation (Phase B) steht die kognitive Aktivierung und der Wiedererwerb von Basisfunktionen der Hirnleistung im Vordergrund. Anhand der individuellen Symptomatik behandeln wir nach einem aufeinander aufbauenden Therapiekonzept:

  • Bewusstsein (z. B. Koma)
    sensorische Stimulation (Sehen, Hören, Fühlen, Riechen/Schmecken)
  • Aufmerksamkeit
    selbstregulierte Steuerung von Schlaf- und Wachzyklen, Etablierung einer Tagesstruktur
  • Kommunikation
    z. B. Ja/Nein-Kommunikation, Sprachförderung und andere Verständigungsmöglichkeiten (Gesten, Schreiben, techn. Hilfsmittel usw.)
  • Orientierung
    zu Zeit, Ort, Person und Situation
  • Verhalten
    bei dysfunktionalen Verhaltensweisen infolge der Schädigung oder bereits vorbestehenden (z. B. psychischen) Störungen


Im Rahmen der Krankheitsverarbeitung unterstützen wir in der Frühphase vorrangig den Aufbau von Störungsbewusstsein und Motivation durch die gemeinsame Erarbeitung von, an den jeweiligen Bedürfnissen orientierten, Therapiezielen. Einen wichtigen Stellenwert hat ebenfalls die Bewältigung der Krankheit und der Krankheitsfolgen für die persönliche, soziale und berufliche Lebensführung.

Einmal wöchentlich bietet das Angebot einer Gestaltungsgruppe Patienten die Möglichkeiten trotz kognitiver und physiologischer Einschränkungen etwas Sinnvolles zu erschaffen. Im Gestaltungsprozess können verlorene und eingeschränkte Fähigkeiten auf individuelle Weise aufgebaut, geübt und/ oder Hilfsstrategien entwickelt werden. Das Malen dient dabei einerseits als Ausdrucksform nonverbal Gedanken und Gefühle zu visualisieren sowie andererseits als Möglichkeit sich zu entspannen und mit anderen Patienten in Kontakt zu treten.

Im Anschluss an die erfolgreiche Wiederherstellung der Basisfunktionen wird die Therapie durch die störungsspezifischen Elemente der Phasen C und D ergänzt und erweitert.

Am Anfang steht eine ausführliche Neuropsychologische Diagnostik mit computergestützten Testverfahren (Wiener Testsystem, Hogrefe TestSystem, Testbatterie zur Aufmerksamkeitsprüfung / TAP) und standardisierten Papier+Bleistift-Tests.

Die anschließende Therapie konzentriert sich auf die Bereiche:

  • Orientierung
    zeitlich, räumlich, situativ und zur Person
  • Wahrnehmung (Gesichtsfeld/Neglect)
    Nackenstimulation, optokinetische Stimulation, Explorations- und SakkadenTraining, Lesetraining, räumlich-visuelle und räumlich-konstruktive Übungen
  • Aufmerksamkeit
    Alertness/Reaktionsfähigkeit, selektive Aufmerksamkeit, geteilte Aufmerksamkeit, Vigilanz, Daueraufmerksamkeit
  • Gedächtnis
    Vermittlung von Gedächtnisstrategien, figurale und sprachliche Merkfähigkeit, kurzfristige, mittelfristige und langfristige Gedächtnisleistung
  • Konzentration
    Arbeitstempo und Sorgfalt bei Routineaufgaben
  • Denken, Planen, Handeln
    bei Dysexekutivem Syndrom
  • Kulturtechniken
    Lesen, Schreiben, Rechnen


Das Training der genannten Bereiche erfolgt in Einzeltherapie täglich teilweise computergestützt, mit Trainingsprogrammen wie: Cogpack, RehaCom, ITS, Kasten, CogniPlus, Neurosoft, Rigling, Traeger.
Ergänzt werden kann das individuelle Training durch angefertigte Aufgabestellungen auf Papier+Bleistift.

Computergestütztes Training im Bereich der Neuropsychologie
Computergestütztes Training im Bereich der Neuropsychologie

Eine abschließende Diagnostik dient der Dokumentation der erreichten Verbesserungen und bei Bedarf kann so eine Aussage über die Arbeits- oder Umschulungsfähigkeit in einen anderen Beruf oder eine Einschätzung der Fahrtauglichkeit erfolgen.

Wir begleiten Sie auch bei persönlichen Problemen und der Verarbeitung psychischer Folgeerscheinungen. Die gedankliche und emotionale Bewältigung der oftmals schwierigen Lebenssituation wird in Einzelgesprächen thematisiert. Die Therapie ist lösungsorientiert und geschieht häufig unter Einbeziehung der Angehörigen in Einzelberatung.

Wir unterstützen zudem die Angehörigen hirngeschädigter Patienten bei der Bewältigung der oftmals auftretenden Belastungen, da nicht nur die Patienten von einer Erkrankung oder Verletzung des Gehirns betroffen sind.
Die von uns angebotenen Treffen für Angehörige werden von einem oder mehreren Experten begleitet, die Fachwissen vermitteln können und für die Beantwortung von Fragen sowie für Rat und Unterstützung in einer verständnisvollen und wertschätzenden Atmosphäre zur Verfügung stehen.

Als Aktivierungstraining bieten wir 3 x wöchentlich eine Gruppe für Senioren an. Hier werden sprachliche Aufgabenstellungen, Gedächtnisübungen wie Fantasiereisen, Würfelrechnen usw. zur allgemeinen kognitiven Anregung angeboten.
Die Freude am wiederentdeckten bzw. noch vorhandenen Leistungsvermögen sowie das Gespräch mit anderen Betroffenen stehen hier im Vordergrund.

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Schulte, Brigitte zoom

Brigitte Schulte
Dipl.-Pädagogin
Leitung Psychologische - und Sozialabteilung

 05572 411152
 05572 411719
brigitte.schulte@klinik-lippoldsberg.de

 

Bohnes, Björn zoom

Björn Bohnes
Dipl.-Psychologe
Stellv. Leitung Psychologische - und Sozialabteilung

 05572 411323
 05572 411719
bjoern.bohnes@klinik-lippoldsberg.de

 

Klinik- und Rehabilitationszentrum Lippoldsberg
verfügen über die Klinikbereiche Innere Medizin und Neurologie sowie über die Rehabilitationsbereiche Neurologische Rehabilitation, Orthopädische Rehabilitation und Innere Rehabilitation.

Ambulante Leistungen in allen medizinischen Fachabteilungen unserer Klinik, umfangreiche Therapieleistungen und ein Hirnleistungstraining, gehören ebenso zu unseren Behandlungsmöglichkeiten.

Unsere Therapieleistungen umfassen die Bereiche:
Physiotherapie (Krankengymnastik), Physikalische Therapie / Bäderabteilung, Logopädie, Ergotherapie, Psychologischer Dienst / Psychotherapie, Neuropsychologie und Diätberatung.

Zu den Services und Einrichtungen in Klinik- und Rehabilitationszentrum Lippoldsberg gehören:
Schwimmbad und Sauna, ein Fitness-Center "Rehafit 2002", ein Patientencafé mit Kiosk sowie die Klinikseelsorge.

Die Ergotherapieschule Lippoldsberg bildet, als Teil einer der größten Fachklinken für die Rehabilitation schwer betroffener neurologischer Klienten (sog. Reha-Phase B), engagierte junge Menschen zu Ergotherapeuten aus.

Klinik- und Rehabilitationszentrum
Lippoldsberg GmbH

Birkenallee 1
37194 Wahlsburg

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